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November 3, 2026

EMNLP 2026: SAC Highlight Award

EMNLP 2026: SAC Highlight Award
Forschung

Vom 24. bis 29. Oktober 2026 fand in Budapest (Ungarn) die 2026 Conference on Empirical Methods in Natural Language Processing (EMNLP 2026) statt. ScaDS.AI Dresden/Leipzig nahm mit einer Vielzahl von Beiträgen an der Konferenz teil.

SAC Highlight Award

Das Paper „Gold vs. Translation“ wurde bei der EMNLP 2026 in Budapest mit einem Senior Area Chair (SAC) Highlight Award ausgezeichnet. Die Arbeit entstand im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsnetzwerks, an dem das Alexandra Instituttet, die TU Dresden und ScaDS.AI Dresden/Leipzig beteiligt waren.

Mit der Auszeichnung heben die Senior Area Chairs, die jeweils einen Themenbereich der Konferenz betreuen, besonders bemerkenswerte Arbeiten hervor. In diesem Jahr erhielten 22 Paper den Preis. Insgesamt verzeichnete die EMNLP, eine der führenden internationalen Konferenzen für automatische Sprachverarbeitung, mehr als 17.000 Einreichungen.

Gold vs. Translation: Are We Measuring Language, Knowledge, or Locality in Translated Benchmarks?

Viele KI-Sprachmodelle werden in unterschiedlichen Sprachen mit übersetzten englischsprachigen Benchmarks bewertet. Doch eine Übersetzung ergänzt nicht einfach Fragen zu dänischem Recht, schwedischer Sportgeschichte, der Geologie der estnischen Insel Hiiumaa oder der Geschichte des Sámi Grand Prix, wenn diese im Ausgangstest fehlen. Die Studie fragt deshalb: Sagen übersetzte Benchmarks etwas darüber aus, wie gut Sprachmodelle sprach- und kulturspezifisches Wissen beherrschen?

Um das zu prüfen, nutzt die Studie sieben Benchmarks als Vergleichsmaßstab, die ursprünglich in fünf nordischen und baltischen Sprachen entstanden sind. Die Benchmarks stammen aus Schul- und Hochschulzugangsprüfungen, beruflichen Zulassungsprüfungen und Einbürgerungstests oder bestehen aus Quiz- und Faktenfragen. Neben allgemeinem Fachwissen prüfen sie, je nach Benchmark unterschiedlich stark, auch lokales Wissen zu Recht, Geschichte, Geografie und Kultur. Die Ergebnisse von 29 Sprachmodellen auf diesen Benchmarks wurden mit den Werten auf DeepL-Übersetzungen von MMLU verglichen – einem ursprünglich englischsprachigen Multiple-Choice-Benchmark, der breites schulisches sowie akademisches Wissen abfragt und teilweise Kenntnisse des US-amerikanischen Kontexts voraussetzt.

Kern der Arbeit ist ein statistischer Ansatz, der misst, welche zusätzliche Information ein übersetzter Benchmark liefert. Er berücksichtigt zunächst, was sich bereits aus Modellgröße und Sprachverständnis über die Testergebnisse ableiten lässt. Erst dann bestimmt er, wie viel der übersetzte Benchmark darüber hinaus über die Leistung auf den Originaltests verrät und wie verlässlich dieser Beitrag ist.

Dieser Schritt ist nötig, weil Ranglisten täuschen können: Leistungsstarke Modelle liegen in sehr unterschiedlichen Benchmarks vorne. Eine ähnliche Reihenfolge sagt daher wenig über den tatsächlichen Informationswert aus. So stimmten bei schwedischen Prüfungsaufgaben und beim dänischen Einbürgerungstest die Ranglisten jeweils stark mit denen des übersetzten Benchmarks überein. Die Ergebnisse des übersetzten Benchmarks halfen jedoch unterschiedlich stark dabei, die Leistungsunterschiede zwischen den Modellen zu erklären. Bei den schwedischen Prüfungsaufgaben war dieser zusätzliche Beitrag mehr als zehnmal so groß wie beim dänischen Einbürgerungstest.

Mit diesem Vorgehen wird messbar, was sich bislang nur vermuten ließ: Übersetzte Benchmarks sind vor allem dann aussagekräftig, wenn sich die abgefragten Wissensgebiete überschneiden, etwa bei schulischen Inhalten. Für lokales Wissen ist ihre Aussagekraft oft begrenzt. Und selbst innerhalb einer Sprache liefert derselbe übersetzte Benchmark je nach Originaltest unterschiedlich viel zusätzliche Information. Gerade wenn Sprachmodelle in Verwaltung, Recht oder Bildung eines Landes eingesetzt werden sollen, zeigt der Ansatz, ob übersetzte Benchmarks dafür ausreichen oder lokal entwickelte Aufgaben nötig sind.

Unsere Beiträge zu EMNLP 2026

Foto. Zhan Qu, Michael Färber, Klaudia-Doris Thellmann, Simon Razniewski, Yujia Hu, Bernhard Stadler, und Himanshu Beniwal bei der EMNLP 2026.

Paper

Beiträge zu Workshops

11th Workshop on Automated Knowledge Base Construction (AKBC 2026)

Third Workshop on Uncertainty-Aware NLP

System Demonstrations

EMNLP 2026

Die EMNLP 2026 brachte Forschende aus aller Welt zusammen, die Forschungsergebnisse aus einer Vielzahl von Bereichen der natürlichen Sprachverarbeitung (NLP) vorstellten, darunter Informationsgewinnung und Text Mining, LLM-Agenten, maschinelles Lernen für NLP und vieles mehr. Die Konferenz wurde von der Special Interest Group on Linguistic Data & Corpus-based Approaches to Natural Language Processing (SIGDAT) organisiert.

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