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November 6, 2026

Von Bengaluru nach Delhi: Prof. Michael Färber besucht Indien

Von Bengaluru nach Delhi: Prof. Michael Färber besucht Indien
Forschung

Ende August und Anfang September 2026 absolvierte Prof. Michael Färber einen Forschungsaufenthalt in Indien. Er verbrachte etwa eine Woche in Bengaluru und Delhi. Während seines Aufenthalts hielt er Vorträge bei Microsoft Research India, am Indian Institute of Science (IISc), am Indraprastha Institute of Information Technology Delhi (IIIT Delhi) und am Indian Institute of Technology Delhi (IIT Delhi). Außerdem nahm er an einem indisch-deutschen Workshop zum Thema „Green AI“ im Gesundheitswesen am IIT Delhi teil. Ziel war es, die Arbeit seiner Gruppe im Bereich vertrauenswürdiger KI für die Wissenschaft vorzustellen und die Beziehungen zu Forschungsgruppen in Indien zu intensivieren.

Bengaluru

Die Reise begann am 31. August 2026 bei Microsoft Research India, wo Dr. Sourabrata Mukherjee ihn zu einem Vortrag empfing. Dies führte zu fruchtbaren Diskussionen mit den Forschenden und wissenschaftlichen Mitarbeitenden des Labors. Darüber hinaus traf er sich mit Vertreter:innen weiterer Laborgruppen.

Foto. Prof. Michael Färber mit Prof. Danish Pruthi und seinem Doktoranden Kinshuk am IISc Bangalore.

Am IISc traf er Dr. Danish Pruthi und dessen Doktoranden Kinsuk. Am 1. September hielt er ein Seminar am Fachbereich für Computer- und Datenwissenschaften (CDS), das von Dr. Pruthi ausgerichtet wurde. Im Anschluss verbrachte er Zeit mit den Studierenden, beantwortete ihre Fragen und informierte sich über ihre Forschungsarbeiten.

Sein Vortrag mit dem Titel „From Papers to Insights with LLMs and Knowledge Graphs“ ging von einem Problem aus, das jede:r Forschende kennt. Es werden weit mehr wissenschaftliche Artikel veröffentlicht, als man lesen kann. Die Herausforderung besteht heute darin, daraus verlässliche und überprüfbare Erkenntnisse zu gewinnen. Er zeigte, wie große Sprachmodelle und Wissensgraphen zusammenarbeiten können, um Aussagen und Belege aus der Literatur zu extrahieren, diese in großem Maßstab miteinander zu verknüpfen und Antworten zu generieren, die ihre Quellen angeben. Der zweite Teil des Vortrags konzentrierte sich auf das, was er als „KI mit Gewissen“ bezeichnet. Er gab einen Einblick in praktische Möglichkeiten, das Modellverhalten durch Prompting und eingeschränkte Inferenz zu steuern, unsichere oder potenziell schädliche Ergebnisse zu kennzeichnen und das Wissen eines Modells zu aktualisieren, ohne es von Grund auf neu zu trainieren.

Delhi

Am 2. September hielt er denselben Vortrag am IIIT Delhi, moderiert von Prof. Md. Shad Akhtar. Am IISc sprach er vor Studierenden und ermutigte sie, sich der Forschung im Bereich NLP und verwandten Gebieten zu widmen.

Foto. Prof. Michael Färber gab einen Vortrag am IIIT Delhi. Das Foto zeigt ihn zusammen mit Prof. Shad Akhtar und dessen Gruppe.

Am 3. und 4. September nahm er am indisch-deutschen bilateralen Workshop zum Thema „Green AI für das Gesundheitswesen und psychisches Wohlbefinden“ am IIT Delhi teil. Der Workshop wurde von Prof. Tanmoy Chakraborty (IIT Delhi) und Prof. Iryna Gurevych (TU Darmstadt) organisiert. Förderer war das Indo-German Science and Technology Center (IGSTC), das vom indischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie und dem deutschen Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gegründet wurde.

Der Workshop befasste sich mit den ökologischen und sozialen Kosten generativer KI sowie mit der Entwicklung effizienter Modelle für reale Anwendungen im Gesundheitswesen. Rund 30 Expert:innen und Nachwuchswissenschaftler:innen aus beiden Ländern nahmen an Keynotes, Fachvorträgen, Podiumsdiskussionen und Posterpräsentationen teil. Die Diskussionen umfassten die Themen:

  • energieeffiziente KI für das Gesundheitswesen und psychisches Wohlbefinden
  • Anwendungen in der medizinischen Bildgebung, der klinischen Entscheidungsunterstützung, der psychischen Gesundheit und der mehrsprachigen Gesundheitsversorgung
  • die technischen, infrastrukturellen, regulatorischen und ethischen Hürden beim Einsatz von KI in unterschiedlichen Gesundheitssystemen
  • einen Fahrplan für gemeinsame indisch-deutsche Forschung, Innovation und Kapazitätsaufbau

Der Besuch endete am 7. September mit einem Vortrag in der Forschungsgruppe von Prof. Chakraborty am IIT Delhi, gefolgt von einer offenen Diskussion mit den Studierenden der Gruppe über deren Arbeit.

Erkenntnisse

  • Effizienz ist Teil der Forschungsfrage.
    Laut Prof. Chakraborty geht es bei der nächsten Herausforderung der KI nicht einfach darum, größere Modelle zu entwickeln. Es geht um Systeme, die effizient, nachhaltig, vertrauenswürdig und zugänglich sind.
  • Mehrsprachige Gesundheitsversorgung ist eine gemeinsame Priorität.
    Da in Indien so viele Sprachen gesprochen werden, muss KI im Gesundheitswesen weit über das Englische hinaus funktionieren. Dies steht in direktem Zusammenhang mit unserer Arbeit in Dresden an mehrsprachigen und vertrauenswürdigen Sprachmodellen.
  • Vertrauen ist in jedem Kontext wichtig.
    Wissenschaftler:innen, die Fachliteratur lesen, und Kliniker:innen, die ein Instrument zur Entscheidungsunterstützung nutzem, brauchen dasselbe: Antworten, die sie anhand der Quellen überprüfen können.
  • Beide Seiten wollen zusammenarbeiten.
    IGSTC-Direktorin Dr. Kusumita Arora äußerte die Hoffnung, dass die neuen Partnerschaften zu nachhaltigen Innovationen führen werden, die in der Praxis einen Unterschied machen.

Ausblick

Unser Dank gilt Dr. Sourabrata Mukherjee, Dr. Danish Pruthi, Prof. Md. Shad Akhtar, Prof. Tanmoy Chakraborty, Prof. Iryna Gurevych, dem Team von Microsoft Research India und dem IGSTC für ihre Zeit und ihre Gastfreundschaft. Wir freuen uns darauf, diese Gespräche in gemeinsame Projekte umzusetzen.

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